Strom und Gas 2027: Warum viele Haushalte jetzt Preisbriefe bekommen
Der Bund kürzt 2027 den Zuschuss zu den Stromnetzentgelten, die Gasspeicher sind nur zu rund 61 Prozent gefüllt, und Verivox erwartet beim Gas Preiserhöhungen von 10 bis 20 Prozent. Was Verbraucher jetzt wissen müssen und bis wann sie kündigen können.
Beim Antippen wird der Clip von YouTube geladen. Datenschutz
In den kommenden Wochen bekommen viele Haushalte Post von ihrem Strom- oder Gasversorger. Zum 1. Januar 2027 kommen mehrere Dinge zusammen, die Energie teurer machen können: ein kleinerer staatlicher Zuschuss zu den Stromnetzen, steigende Netzentgelte beim Gas und höhere Einkaufspreise bei den Versorgern.
Strom: Der Netzzuschuss sinkt
Der Bund hat 2026 die Kosten der großen Übertragungsnetze mit 6,5 Milliarden Euro bezuschusst. Für 2027 bis 2029 sind jeweils rund 5,5 Milliarden Euro vorgesehen, eine Kürzung um knapp 15 Prozent. [1] Das Vergleichsportal Verivox schätzt, dass der kleinere Zuschuss die Netzentgelte rechnerisch um etwa 0,25 Cent je Kilowattstunde netto erhöht. Für den durchschnittlichen Haushaltsstrompreis entspräche das rund einem Prozent. [2]
Größer ist bei vielen Versorgern ein anderer Posten: der Einkauf. Strom für das Lieferjahr 2027 kostete am Terminmarkt Anfang November rund 149 Euro je Megawattstunde, nach rund 85 Euro im Januar 2026. [5] Verivox hält beim Strom Erhöhungen von bis zu 10 Prozent für möglich. [5]
Gas: Speicher unter dem Ziel
Die deutschen Gasspeicher waren Anfang November nur zu rund 61 Prozent gefüllt. Gesetzlich vorgesehen war zum 1. November ein durchschnittlicher Füllstand von etwa 70 Prozent. [3] Die Bundesnetzagentur schätzt die Gefahr einer angespannten Versorgung trotzdem als gering ein, auch weil Flüssiggas-Terminals zusätzliches Gas liefern können. [3]
Für die Preise ist die Lage weniger entspannt. Verivox erwartet zum Jahreswechsel flächendeckende Erhöhungen beim Gas von 10 bis 20 Prozent. Die Gasnetzentgelte steigen 2027 bundesweit um rund 3 Prozent. [4]
ECONOMY FIRST · WAS SICH 2027 ÄNDERT
Die wichtigsten Posten auf einen Blick
Posten
2026
2027
Bundeszuschuss Übertragungsnetz
6,5 Mrd. €
rund 5,5 Mrd. €
Strom-Großhandel, Lieferjahr 2027
rund 85 €/MWh (Januar 2026)
rund 149 €/MWh (3.11.2026)
Gasnetzentgelte
rund +3 %
Erwartete Gaspreise laut Verivox
+10 bis +20 %
Quellen [1], [4], [5]. Die tatsächliche Erhöhung hängt vom Versorger und vom Netzgebiet ab.
Was Verbraucher jetzt tun können
Grundversorger müssen eine Preiserhöhung zum 1. Januar sechs Wochen vorher ankündigen, also bis etwa 20. November. Bei anderen Verträgen gilt mindestens ein Monat, also bis etwa 1. Dezember. [4]
Wer eine Preiserhöhung bekommt, kann bei einseitigen Preisänderungen in der Regel außerordentlich kündigen. Laut Verbraucherzentrale muss die Kündigung spätestens am 31. Dezember 2026 beim Versorger eingehen. [6] Aus der Grundversorgung kommt man ohnehin jederzeit mit zwei Wochen Frist heraus. [5] Ein Vergleich lohnt sich: Neukundentarife für Strom kosteten Anfang November laut Verivox im Schnitt rund 33 Cent je Kilowattstunde, die Grundversorgung rund 40 Cent. [5]
Die Stelle in der Folge
Ab 00:28:13 sprechen Marin und Felix über die Strompreise 2027, ab etwa 00:31:44 über die Gasspeicher und die Frage, ob man jetzt den Anbieter wechseln sollte.
3 Fragen kurz erklärt
Häufig gestellte Fragen
Werden Strom und Gas 2027 teurer?
Für viele Haushalte ja. Der Zuschuss zu den Stromnetzen sinkt, die Einkaufspreise sind gestiegen. Verivox erwartet beim Gas 10 bis 20 Prozent und beim Strom bis zu 10 Prozent höhere Preise. Wie stark es den einzelnen Haushalt trifft, hängt vom Versorger ab.
Bis wann muss mein Versorger eine Preiserhöhung ankündigen?
Grundversorger sechs Wochen vorher, für den 1. Januar also bis etwa 20. November. Bei anderen Verträgen mindestens einen Monat vorher, also bis etwa 1. Dezember.
Ist die Gasversorgung im Winter sicher?
Die Bundesnetzagentur schätzt die Gefahr einer angespannten Versorgung als gering ein, obwohl die Speicher nur zu rund 61 Prozent gefüllt sind. Zusätzliches Gas kann über die Flüssiggas-Terminals kommen.
Podcastquelle: Economy First, Folge 50, vom 7. November 2026, 00:28:13 bis 00:33:20. Die Zeitmarken stammen aus dem bereitgestellten Transkript und können bei einem abweichenden Audioschnitt leicht abweichen.
Recherche und externe Quellenprüfung: 7. November 2026. Eigene Einordnungen sind entsprechend gekennzeichnet.
Die Inhalte dienen der Information und sind keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.
Artikel gefallen? Teil ihn mit deinen Leuten.
✦ Erstellt mit KI-Unterstützung und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. So arbeiten wir
Keine Anlageberatung. Die Inhalte dienen der Information und stellen keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Die Hosts können in besprochenen Werten investiert sein.
Mit dem Plan „Nationale Energie 2040“ will die Türkei 500 Milliarden Dollar investieren, die Kraftwerksleistung auf 281 Gigawatt mehr als verdoppeln und energieunabhängig werden. Was im Plan steht, wer profitieren könnte und was fehlt.
Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler will in Europa weitere 3.460 Stellen abbauen, davon 2.660 in Deutschland. Werke in Dortmund, Morbach, Berlin und Schwalbach sollen schließen. Was hinter dem neuen Sparprogramm steckt und was die Zahlen zeigen.
Die dritte Tarifverhandlung für die norddeutsche Metall- und Elektroindustrie ist am 6. November in Bremen ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Einen neuen Termin gibt es nicht. Was beide Seiten fordern und wie es weitergehen kann.