Blaue Welle, grüne Kurse: Dow Jones springt 3 Prozent nach den Midterms
Die Demokraten holen Repräsentantenhaus und Senat, der Dow Jones hat seinen besten Tag seit April 2025. Warum die Börse jubelt, welche Aktien gewinnen und welche verlieren, und wie der DAX reagiert.
Der Dow Jones feiert das Ende der Wahl-Unsicherheit
+3,0 %Dow Jones am 4. November 2026, bester Tag seit April 2025
+1.569 PunkteSchluss bei 53.356 Punkten
+2,2 %DAX in Frankfurt, fast auf Rekordniveau
−8,6 %Brent zeitweise, rund 95 Dollar je Barrel
Klares Ergebnis
Gridlock
Ölpreis fällt
Aktien steigen
Schlusskurse vom 4. November 2026, Brent im Tagesverlauf. Die Wirkungskette ist eine redaktionelle Einordnung. Quellen [1], [2], [6], [17].
In diesem Artikel7 Abschnitte
Der Dow Jones ist am Mittwoch um 1.569 Punkte auf 53.356 Punkte gestiegen, ein Plus von 3,0 Prozent. Das ist sein bester Handelstag seit April 2025, als Präsident Donald Trump seine Zölle vorübergehend ausgesetzt hatte. [1][2]
Auslöser war der klare Sieg der Demokraten bei den Midterms. Sie haben das Repräsentantenhaus und den Senat erobert, und Trump hat angekündigt, das Ergebnis zu akzeptieren. Noch in der Nacht hatten die Futures auf den Nasdaq rund 2 Prozent im Minus gelegen, weil Anleger einen Sieg der Demokraten als Belastung für Tech-Werte sahen. Mit der Eröffnung drehte die Stimmung. [3][4][27]
Alle großen Indizes schließen deutlich im Plus
Die Rally war breit. An der New Yorker Börse kamen auf jede fallende Aktie mehr als drei steigende. Finanz-, Gesundheits- und Basiskonsumwerte erreichten neue Allzeithochs. Am stärksten legten zyklische Konsumwerte und Kommunikationsdienste zu. [15]
ECONOMY FIRST · INDIZES
Der Dow läuft vorne, der Nasdaq hinkt hinterher
Index
Schlussstand
Veränderung
Dow Jones
53.356 Punkte
+3,0 %
DAX
26.438 Punkte
+2,2 %
S&P 500
7.689 Punkte
+1,6 %
Russell 2000
2.857 Punkte
+1,6 %
Nasdaq Composite
25.737 Punkte
+1,4 %
SDAX
18.266 Punkte
+1,4 %
TecDAX
4.143 Punkte
+1,2 %
Schlusskurse vom 4. November 2026, DAX, SDAX und TecDAX im Xetra-Handel. Quellen [1], [17], [18], [19].
Dass der Nasdaq schwächer lief, hat einen klaren Grund. Anleger rechnen damit, dass ein Kongress der Demokraten den Bau von KI-Rechenzentren stärker reguliert. Das traf Chiphersteller und KI-Infrastruktur, während die großen Plattformkonzerne profitierten. [12][9]
Drei Gründe treiben die Rally
ECONOMY FIRST · WIRKUNGSKETTE
Vom Wahlergebnis zum Kursplus in drei Schritten
1. Die Unsicherheit ist weg
Das Ergebnis war in den meisten Staaten eindeutig. Ein langes Hin und Her um Stimmen bleibt aus, Trump erkennt die Niederlage an.
2. Gridlock macht Politik berechenbar
Ein Kongress der Demokraten gegen einen republikanischen Präsidenten heißt: wenige große Gesetze, weniger Überraschungen.
3. Der Ölpreis bricht ein
Die Regierung erklärt die Niederlage mit dem Iran-Krieg und den Spritpreisen. Der Markt rechnet mit einem schnelleren Ende des Konflikts.
Das Muster ist bekannt. Geteilte Regierungen bremsen Ausgabenpläne und senken das Risiko plötzlicher Kurswechsel, das mögen Investoren. Trump hat bereits gewarnt, er werde „einfach alles“ per Veto stoppen. JPMorgan rechnet deshalb eher mit Stillstand als mit großen Reformen. [3][5][25]
Der dritte Punkt wirkte am stärksten auf einzelne Branchen. Trump sagte am Wahlabend bei Fox News, der Grund für die Niederlage sei „der Benzinpreis“. Vizepräsident JD Vance machte den Iran-Krieg verantwortlich. Brent fiel daraufhin zeitweise um 8,6 Prozent auf 94,66 Dollar je Barrel, am Freitag hatte ein Barrel noch rund 118 Dollar gekostet. Billigeres Öl drückt die Inflationssorgen und die Anleiherenditen. [6][1]
Gewinner: Kliniken, Discounter und Big Tech
Die größten Gewinner sind Branchen, denen ein Kongress der Demokraten politischen Rückenwind verspricht.
ECONOMY FIRST · GEWINNER
Krankenversicherer und Klinikketten führen die Rally an
Kursveränderung am 4. November 2026 in Prozent
Centene (Krankenversicherer)+12,6
HCA Healthcare (Kliniken)+10,3
Dollar Tree (Discounter)+8,9
Amazon+8
Applerund +7
Alphabet+6
First Solar (Solar)+4,6
Microsoft+4
Centene und First Solar: Schlusskurse. Übrige Werte im Handelsverlauf, Schlusskurse können abweichen. Quellen [9], [11], [12].Daten und Text zur Grafik
Aktie
Branche
Veränderung
Centene
Krankenversicherer
+12,6 %
HCA Healthcare
Klinikbetreiber
+10,3 %
Dollar Tree
Discounter
+8,9 %
Amazon
Big Tech
+8 %
Apple
Big Tech
rund +7 %
Alphabet
Big Tech
+6 %
First Solar
Solar
+4,6 %
Microsoft
Big Tech
+4 %
Krankenversicherer und Klinikbetreiber waren die stärkste Gruppe. Ein Kongress der Demokraten könnte die Kürzungen bei Medicaid aus Trumps „One Big Beautiful Bill“ verzögern. Auch eine Verlängerung der erweiterten Zuschüsse für Obamacare-Tarife wird wahrscheinlicher. Davon profitieren Versicherer mit vielen Medicaid-Kunden wie Centene und Molina (+8,9 Prozent) und Klinikketten wie HCA, Universal Health Services (+10,9 Prozent) und Tenet (+9,6 Prozent). UnitedHealth fiel dagegen zeitweise um mehr als 2 Prozent, weil der Konzern mehr einkommensschwache Patienten aufnehmen müssen könnte. [9][10][16]
Discounter und Einzelhändler legten ebenfalls zu. Anleger hoffen, dass die Demokraten Familien mit wenig Geld entlasten und die Zollpolitik unter Druck gerät. Neben Dollar Tree stiegen zur Eröffnung auch Target um 3,3 Prozent und Walmart um 1,3 Prozent. [11][26]
Bei Big Tech stiegen Amazon, Apple, Alphabet, Microsoft und Meta, Apple und Microsoft erreichten Rekordhochs. Die Begründung am Markt: Wenn neue Regeln den Bau von Rechenzentren bremsen, sinken die gewaltigen KI-Investitionen der Konzerne, und das entlastet ihre Bilanzen. Dazu kamen Solarwerte wie First Solar, Sunrun und Nextpower, weil die Förderung sauberer Energie wieder sicherer wirkt. Gold stieg zeitweise um 2,9 Prozent auf rund 4.053 Dollar je Unze, Silber um 4,9 Prozent auf 52,21 Dollar. [12][15][9][5]
Verlierer: Öl, Trump Media und KI-Infrastruktur
Auf der Verliererseite stehen Ölkonzerne, Firmen mit Nähe zu Trump oder Elon Musk und alles, was am Ausbau von KI-Rechenzentren hängt.
ECONOMY FIRST · VERLIERER
Trump Media und Raffinerien verlieren am meisten
Kursverlust am 4. November 2026 in Prozent
Trump Media−11
CoreWeave (KI-Cloud)−10
Marathon Petroleum (Raffinerie)−10,0
Valero (Raffinerie)−7
ExxonMobil−5,0
Chevron−4,0
SpaceX−3
Tesla−2
Nvidia−1
Trump Media: Kurz nach Handelsbeginn. ExxonMobil, Chevron und Marathon Petroleum: Tagesverlust laut TradingKey. Übrige Werte im Handelsverlauf, Schlusskurse können abweichen. Quellen [7], [8], [12], [13].Daten und Text zur Grafik
Aktie
Branche
Veränderung
Trump Media
Trump-Firma
rund −11 %
CoreWeave
KI-Cloud
−10 %
Marathon Petroleum
Raffinerie
−9,97 %
Valero
Raffinerie
−7 %
ExxonMobil
Öl
−5,01 %
Chevron
Öl
−4,02 %
SpaceX
Musk-Firma
−3 %
Tesla
Musk-Firma
−2 %
Nvidia
KI-Chips
rund −1 %
Öl und Raffinerien traf der Preisrutsch direkt. ExxonMobil und Chevron verloren 4 bis 5 Prozent. Härter erwischte es die Raffinerien, die zuletzt Rekordgewinne gemeldet hatten: Marathon Petroleum fiel um fast 10 Prozent, Valero um rund 7 Prozent. [7][8]
Trump Media, die Firma hinter Truth Social, fiel kurz nach Handelsbeginn auf ein Allzeittief von 5,23 Dollar. Trump hält 41 Prozent daran und verlor laut Forbes am Vormittag rund 73 Millionen Dollar an Vermögen. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie mehr als 55 Prozent im Minus. [13]
Tesla und SpaceX büßten Musks Wahlkampfeinsatz. Er hatte mindestens 474 Millionen Dollar für republikanische Kandidaten ausgegeben, davon 224 Millionen in Texas, wo beide Firmen ihren Sitz haben. Anleger fürchten strengere Regeln für autonomes Fahren, mehr Kontrolle bei Staatsaufträgen und Hürden für eine Fusion der beiden Firmen. Vorbörslich lag Tesla noch 4,5 Prozent im Minus, im Handel schrumpfte der Verlust auf rund 2 Prozent. [9][14][12]
Bei KI-Rechenzentren wirken mehrere Entscheidungen zusammen: Einige Bundesstaaten haben Bauauflagen beschlossen, und Texas bekommt eine Gouverneurin der Demokraten, die ein Moratorium versprochen hat. Kleinere KI-Cloud-Anbieter wie CoreWeave fielen um 10 Prozent, Nvidia gab gut 1 Prozent nach. Auch Rüstungswerte wie Lockheed Martin, Northrop Grumman und RTX sowie Palantir (−2,1 Prozent) gerieten unter Druck, weil die Demokraten die Militärausgaben kritischer prüfen dürften. [9][12][15]
Der DAX schließt fast auf Rekordniveau
Auch in Frankfurt ging es kräftig nach oben. Der DAX schloss im Xetra-Handel 2,2 Prozent höher bei 26.437,67 Punkten. Im Tageshoch fehlten ihm nur rund 78 Punkte zum Rekord von Ende August. Neben dem US-Wahlergebnis halfen der fallende Ölpreis und gute Quartalszahlen. Die erneute Prognosesenkung von BMW konnte die Stimmung nicht trüben. MDAX und SDAX legten jeweils 1,4 Prozent zu, der TecDAX 1,2 Prozent. [17][18][19]
Im TecDAX zeigte sich dasselbe Bild wie in New York: Solar- und Windkraftwerte stiegen, mehrere Halbleiteraktien fielen zurück. Mehr zum BMW-Quartal steht in unserem Artikel zur BMW-Gewinnwarnung. [19]
Unsere Einschätzung: Rückenwind bis ins Frühjahr, mit Lücken bei Tech
Die Geschichte spricht für weiter steigende Kurse. Seit 1950 lag der S&P 500 zwölf Monate nach jeder der 19 Midterm-Wahlen im Plus, im Schnitt um rund 15 Prozent. Die sechs Monate von November bis April gelten laut Carson Research als stärkste Phase des vierjährigen Präsidentschaftszyklus. [24][23]
Wir sehen den Rückenwind aber nicht gleich verteilt. Gesundheitswerte und Konsum haben einen politischen Grund für ihr Plus. Bei KI-Infrastruktur und Chips ist es umgekehrt, dort entsteht ein neues Regulierungsrisiko. Der Ölpreis hängt weiter am Iran: Ein echter Deal würde ihn weiter drücken, ein Rückschlag ihn schnell wieder nach oben treiben. Mehr dazu in unserem Artikel zum Iran-Deal und dem Ölpreis.
Heute Abend folgt der nächste Test für die Chipwerte. Qualcomm legt nach US-Börsenschluss Zahlen vor, erwartet werden 2,16 Dollar Gewinn je Aktie bei rund 10,14 Milliarden Dollar Umsatz. Auch Arm berichtet. Rückenwind kommt von AMD, das am Dienstag einen Umsatzausblick von 17 Milliarden Dollar gegeben hatte. Mehr dazu in unseren Artikeln zu AMD und Super Micro. [20][21][22]
4 Fragen kurz erklärt
Häufig gestellte Fragen
Warum ist der Dow Jones nach den Midterms gestiegen?
Das Ergebnis war eindeutig, und Trump hat es akzeptiert. Damit verschwand die politische Unsicherheit. Dazu kommen die Aussicht auf einen geteilten Kongress mit weniger Politiküberraschungen und ein stark fallender Ölpreis. [3][6]
Welche Aktien profitieren vom Sieg der Demokraten?
Vor allem Krankenversicherer wie Centene und Molina, Klinikketten wie HCA und Universal Health Services, Discounter wie Dollar Tree und Solarwerte wie First Solar. Auch Big-Tech-Konzerne wie Amazon, Apple und Alphabet stiegen deutlich. [9][12]
Welche Aktien haben nach den Midterms verloren?
Trump Media fiel auf ein Allzeittief, Tesla und SpaceX gaben nach. Dazu kamen Ölkonzerne und Raffinerien wie ExxonMobil, Chevron und Marathon Petroleum, KI-Cloud-Anbieter wie CoreWeave und Rüstungswerte. [8][13][9]
Wie hat der DAX auf die US-Wahl reagiert?
Der DAX schloss am 4. November 2026 bei 26.437,67 Punkten, 2,2 Prozent höher. Im Tageshoch fehlten ihm nur rund 78 Punkte zum Rekordhoch von Ende August. [17]
Redaktionsstand: 4. November 2026, 23:20 Uhr MEZ. Keine Anlageberatung.
Artikel gefallen? Teil ihn mit deinen Leuten.
✦ Erstellt mit KI-Unterstützung und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. So arbeiten wir
Keine Anlageberatung. Die Inhalte dienen der Information und stellen keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Die Hosts können in besprochenen Werten investiert sein.
Okta verliert zur US-Eröffnung fast 10 Prozent und am Abend mehr als 13 Prozent, CrowdStrike, Palo Alto, Cloudflare und Fortinet geben ebenfalls nach. Was hinter dem Ausverkauf steckt: Check Point, Fortinet, das DHS-Datenleck und eine überhitzte Rally.
Ferrari verkauft weniger Autos und verdient trotzdem 13 Prozent mehr. Die Jahresprognose steigt zum zweiten Mal, aber nur leicht. Warum Sonderausstattungen wichtiger sind als Stückzahlen und wo China schwächelt.
Ein Fußballclub verkauft wirtschaftliche Beteiligung und gewinnt langfristigen finanziellen Spielraum. Der Einstieg von Viessmann zeigt, warum Fußballunternehmen zugleich Sportorganisation, Medienmarke und Investitionsobjekt sind.