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Unternehmen & Börse

Ferrari Q3 2026: Weniger Autos, mehr Gewinn, Prognose wieder angehoben

Ferrari verkauft weniger Autos und verdient trotzdem 13 Prozent mehr. Die Jahresprognose steigt zum zweiten Mal, aber nur leicht. Warum Sonderausstattungen wichtiger sind als Stückzahlen und wo China schwächelt.

Roter Ferrari in einem dunkelblauen Showroom mit Leder- und Carbonmustern als Symbol für individuelle Luxusausstattung
KI-generierte redaktionelle Symbolillustration
ECONOMY FIRST · DIE GRAFIK ZUM ARTIKEL

Ferrari verkauft weniger Autos und verdient mehr

+13 %Nettogewinn im dritten Quartal 2026, auf 431 Millionen Euro
  • 3.368ausgelieferte Autos, 33 weniger als vor einem Jahr
  • 39,7 %EBITDA-Marge, also operatives Ergebnis vor Abschreibungen im Verhältnis zum Umsatz
  • 3 Mrd. €neues Mindestziel für das operative Ergebnis 2026
  1. Weniger Autos
  2. Teurere Ausstattung
  3. Mehr Marge
  4. Höhere Prognose
Drittes Quartal, Juli bis September 2026. Stand: 3. November 2026. Quellen [1], [2].
In diesem Artikel7 Abschnitte

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Ferrari hat im Sommer weniger Autos ausgeliefert als vor einem Jahr und trotzdem deutlich mehr verdient. Der Nettogewinn stieg im dritten Quartal um 13 Prozent auf 431 Millionen Euro, der Umsatz um 7 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Zum zweiten Mal in Folge hebt der Sportwagenbauer seine Jahresprognose an. [1]

Die Börse reagierte zunächst enttäuscht. In Mailand fiel die Aktie nach Veröffentlichung um mehr als 4 Prozent, weil einige Anleger auf eine größere Anhebung gehofft hatten. Im Tagesverlauf drehte sie dann deutlich ins Plus und lag am Nachmittag fast 4 Prozent höher bei 373,80 Euro. [3] [2]

Ferrari schlägt die Erwartungen, aber nur knapp

Der Gewinn je Aktie lag bei 2,44 Euro, Analysten hatten laut LSEG mit 2,37 Euro gerechnet. Beim Umsatz war der Abstand mit 1,90 gegenüber 1,89 Milliarden Euro minimal. Deutlicher fiel das Plus beim operativen Ergebnis aus. [2] [4]

ECONOMY FIRST · ERWARTUNG GEGEN ERGEBNIS

Überall leicht über den Schätzungen

KennzahlErgebnis Q3 2026ErwartungVorjahr
Umsatz1,896 Mrd. €1,89 Mrd. €1,766 Mrd. €
EBITDA753 Mio. €739 Mio. €rund 672 Mio. €
EBITDA-Marge39,7 %39,1 %k. A.
Betriebsergebnis (EBIT)563 Mio. €547 Mio. €rund 503 Mio. €
Nettogewinn431 Mio. €k. A.382 Mio. €
Gewinn je Aktie2,44 €2,37 €k. A.
Erwartungen: LSEG laut CNBC, EBITDA und EBIT laut Investing.com. Vorjahreswerte für EBITDA und EBIT aus den gemeldeten Wachstumsraten selbst berechnet. Quellen [1], [2], [4].

Bemerkenswert ist die Marge. Von jedem Euro Umsatz bleiben bei Ferrari fast 40 Cent als operatives Ergebnis vor Abschreibungen. Das ist eher das Niveau eines Luxusgüterkonzerns als das eines Autoherstellers. Auch der freie Cashflow aus dem Industriegeschäft stieg im Quartal um 43 Prozent auf 567 Millionen Euro. [1]

Warum weniger Autos mehr Gewinn bringen

Ferrari lieferte im dritten Quartal 3.368 Autos aus, 33 weniger als ein Jahr zuvor. In den ersten neun Monaten waren es 10.170 und damit 318 weniger. Trotzdem stieg der Umsatz mit Autos und Ersatzteilen um gut 7 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro. [1]

Der Grund liegt in zwei Dingen. Erstens im Modellmix: Teure Modelle wie der Hypersportwagen F80 und die 296-Speciale-Familie machen einen größeren Teil der Auslieferungen aus. Zweitens in den Sonderausstattungen. Ferrari-Kunden lassen sich ihr Auto immer häufiger individuell gestalten, mit besonderen Lackierungen, Materialien oder Carbon-Teilen. Diese Extras sind sehr profitabel. Ferrari nennt sie ausdrücklich als ersten Grund für die höhere Prognose. [1] [5]

ECONOMY FIRST · WIRKUNGSKETTE

So verdient Ferrari mehr mit weniger Autos

1. Knappheit

Ferrari baut bewusst weniger Autos, als nachgefragt werden. Das Auftragsbuch reicht bis 2028.

2. Teurer Mix

Mehr Hypersportwagen wie der F80, weniger Einstiegsmodelle.

3. Sonderwünsche

Kunden zahlen für individuelle Ausstattung deutlich mehr als den Grundpreis.

4. Marge

Gleiche Fabrik, gleiche Arbeit, aber mehr Umsatz pro Auto.

Eigene Darstellung nach Angaben von Ferrari. Quellen [1], [3].

Ferrari-Chef Benedetto Vigna betonte, das Auftragsbuch reiche inzwischen bis ins Jahr 2028, und bis Jahresende kämen noch zwei neue Modelle. Wer heute einen Ferrari bestellt, wartet also teils mehr als ein Jahr. [3]

China bricht ein, Europa hält

Der Rückgang der Stückzahlen kommt fast ausschließlich aus zwei Regionen. Nach China, Hongkong und Taiwan lieferte Ferrari im Quartal nur noch 143 Autos aus, nach 248 im Vorjahr. Das ist ein Minus von 42 Prozent. Auch in Amerika liegt Ferrari nach neun Monaten 6 Prozent unter dem Vorjahr, im dritten Quartal allein aber stabil. Europa, der Nahe Osten und Afrika legten dagegen leicht zu. [1]

ECONOMY FIRST · AUSLIEFERUNGEN NACH REGIONEN

China verliert fast die Hälfte, der Rest wächst leicht

Veränderung der Auslieferungen im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr in Prozent

Restliches Asien-Pazifik+4,4 %
Europa, Nahost, Afrika+2,6 %
Amerika+0,5 %
China, Hongkong, Taiwan−42,3 %
Blasser Balken zeigt einen Rückgang. Prozentwerte selbst berechnet. Quelle [1].
Daten und Text zur Grafik
RegionQ3 2026Q3 20259 Monate 20269 Monate 2025
Europa, Nahost, Afrika1.4871.4494.8014.796
Amerika1.0501.0452.8673.060
China, Hongkong, Taiwan143248583759
Restliches Asien-Pazifik6886591.9191.873
Gesamt3.3683.40110.17010.488

China ist für viele Luxusmarken seit Jahren ein Problem, weil die Kaufkraft der wohlhabenden Kundschaft unter der schwachen Wirtschaft und dem Immobilienmarkt leidet. Für Ferrari ist die Region allerdings klein: Selbst vor einem Jahr ging nur gut jedes 14. Auto dorthin. Der Einbruch kostet also Stückzahlen, gefährdet aber nicht das Geschäftsmodell.

Die neue Prognose: höher, aber nur leicht

Ferrari erwartet für 2026 jetzt etwa 7,65 Milliarden Euro Umsatz statt bisher 7,60 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen soll mindestens 3 Milliarden Euro erreichen, der Gewinn je Aktie mindestens 9,85 Euro. [1]

ECONOMY FIRST · PROGNOSE 2026

Jede Zielgröße steigt, keine stark

Kennzahl 2026Neue PrognoseBisherige PrognoseIst 2025
Umsatzca. 7,65 Mrd. €ca. 7,60 Mrd. €7,15 Mrd. €
Bereinigtes EBITDAmind. 3,00 Mrd. €mind. 2,97 Mrd. €2,77 Mrd. €
EBITDA-Margemind. 39,2 %mind. 39,0 %38,8 %
Bereinigter Gewinn je Aktiemind. 9,85 €mind. 9,68 €8,96 €
Freier Cashflow Industriebis 1,65 Mrd. €mind. 1,55 Mrd. €1,54 Mrd. €
Quelle: Ferrari-Mitteilung vom 3. November 2026 [1].

Damit liegt die neue Prognose ziemlich genau dort, wo Analysten ohnehin schon waren. Beim Gewinn je Aktie lag der Konsens bei 9,86 Euro, beim Umsatz bei 7,64 Milliarden Euro. Das erklärt die erste negative Reaktion an der Börse. [4]

Ferrari nennt drei Gründe für die Anhebung: mehr Sonderausstattungen als erwartet, geringere Belastungen durch Wechselkurse und den zweiten Platz in der Formel-1-Weltmeisterschaft. Bei den Annahmen verweist das Unternehmen zudem auf die aktuelle Lage im Nahen Osten. [1] [2]

Ferrari kauft weiter eigene Aktien zurück

Ferrari hat im dritten Quartal für 173 Millionen Euro eigene Aktien zurückgekauft, im Oktober kamen weitere 61,5 Millionen Euro hinzu. Das Programm ist auf rund 3,5 Milliarden Euro bis 2030 angelegt. Ende September hatte Ferrari im Industriegeschäft mehr Geld als Schulden, nämlich eine Nettokasse von 219 Millionen Euro. [1]

Economy-First-Fazit: Ferrari ist eine Luxusmarke, kein Autobauer

Die Zahlen zeigen, warum Ferrari an der Börse anders bewertet wird als BMW oder Mercedes. Während andere Autohersteller unter Preiskämpfen, Zöllen und der Umstellung auf Elektroautos leiden, steigert Ferrari Gewinn und Marge mit weniger Autos. Die Schwäche in China ist real, aber klein. Enttäuschend ist allein, dass die Prognose nur so stark steigt, wie der Markt ohnehin erwartet hatte. Bei einer Aktie, die für Perfektion bezahlt wird, reicht das kurzfristig nicht für Begeisterung. Langfristig sprechen das volle Auftragsbuch bis 2028 und die hohe Marge für Ferrari.

4 Fragen kurz erklärt

Häufig gestellte Fragen

Wie viel hat Ferrari im dritten Quartal 2026 verdient?

Ferrari erzielte im dritten Quartal 2026 einen Nettogewinn von 431 Millionen Euro, 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 7 Prozent auf 1,896 Milliarden Euro, der Gewinn je Aktie lag bei 2,44 Euro. [1]

Wie viele Autos hat Ferrari 2026 verkauft?

In den ersten neun Monaten 2026 lieferte Ferrari 10.170 Autos aus, 318 weniger als im Vorjahr. Im dritten Quartal waren es 3.368. Der Rückgang kommt vor allem aus China und Amerika. [1]

Warum verdient Ferrari mehr, obwohl weniger Autos verkauft werden?

Ferrari verkauft mehr teure Modelle wie den F80 und verdient stark an Sonderausstattungen, mit denen Kunden ihr Auto individuell gestalten. Dadurch steigt der Umsatz pro Auto. [1]

Was erwartet Ferrari für 2026?

Ferrari rechnet jetzt mit etwa 7,65 Milliarden Euro Umsatz, mindestens 3 Milliarden Euro bereinigtem EBITDA und mindestens 9,85 Euro Gewinn je Aktie. Es ist die zweite Anhebung in Folge. [1]

Quellen

[1] Ferrari N.V., Ergebnismitteilung zum dritten Quartal 2026, 3. November 2026 (via StockTitan).

[2] CNBC, 3. November 2026: Ferrari raises 2026 guidance after Q3 earnings beat.

[3] dpa-AFX via ariva, 3. November 2026: Ferrari hebt Gewinnprognose erneut leicht an, Aktie schwankt.

[4] Investing.com, 3. November 2026: Ferrari gains after 2026 guidance upgrade, Q3 profit beat.

[5] TipRanks, 3. November 2026: Ferrari stock shifts into higher gear as Q3 profit beat offsets slim guidance bump.

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