Palantir Aktie +36 %: Das steckt hinter den Q2-2026-Quartalszahlen
Palantir übertrifft im zweiten Quartal 2026 die Erwartungen deutlich und hebt die Jahresprognose so stark an wie nie. Die Aktie springt. Offen bleibt die Frage, die Neueinsteiger am meisten beschäftigt: Wie viel davon ist schon im Preis?
Palantir meldet für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 1,94 Milliarden US-Dollar. Das sind 93 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und 19 Prozent mehr als im Vorquartal. Analysten hatten im Schnitt mit rund 1,8 Milliarden Dollar gerechnet. Der Gewinn je Aktie liegt bei 0,41 Dollar, erwartet waren 0,35 Dollar. [1][2]
Der Treiber bleibt das US-Geschäft. Der Umsatz in den USA steigt um 115 Prozent auf 1,57 Milliarden Dollar. Das Geschäft mit US-Unternehmen wächst um 149 Prozent auf 764 Millionen Dollar, das mit US-Behörden um 90 Prozent auf 809 Millionen Dollar. [1]
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Das US-Firmengeschäft zieht davon
Umsatzwachstum im zweiten Quartal 2026 gegenüber Vorjahr in Prozent
US Commercial149
USA gesamt115
Konzern gesamt93
US Government90
Quelle [1]. Wachstumsraten der einzelnen Bereiche, keine Umsatzanteile.Daten und Text zur Grafik
Bereich
Wachstum in %
US Commercial
149
USA gesamt
115
Konzern gesamt
93
US Government
90
Die Prognose ist die eigentliche Nachricht
Ein starkes Quartal allein bewegt eine hoch bewertete Aktie selten so stark. Entscheidend war der Ausblick. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Palantir jetzt 8,150 bis 8,158 Milliarden Dollar Umsatz statt zuvor 7,65 bis 7,66 Milliarden Dollar. Das entspricht rund 82 Prozent Wachstum. Für das US-Firmengeschäft stellt das Unternehmen mehr als 3,42 Milliarden Dollar in Aussicht, also mindestens 134 Prozent Plus. Für das dritte Quartal nennt Palantir 2,160 bis 2,164 Milliarden Dollar Umsatz. Der Analystenkonsens lag bei knapp 2 Milliarden Dollar. [1][2]
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Die Jahresprognose springt um eine halbe Milliarde
Erwarteter Umsatz 2026 in Milliarden US-Dollar (obere Spanne)
Prognose vor den Q2-Zahlen7,66
Prognose nach den Q2-Zahlen8,16
Quelle [2]. Obere Spanne der jeweiligen Unternehmensprognose.Daten und Text zur Grafik
Größe
Wert
Prognose vor den Q2-Zahlen
7,66
Prognose nach den Q2-Zahlen
8,16
Unsere Einordnung: Eine Prognoseanhebung dieser Größe sagt mehr über die Auftragslage als das abgelaufene Quartal. Das Management legt sich öffentlich auf deutlich höhere Zahlen fest und muss diese in den kommenden Quartalen liefern.
Was die „Rule of 40“ aussagt
Palantir weist einen Wert von 155 Prozent für die sogenannte Rule of 40 aus. [1] Die Kennzahl addiert Umsatzwachstum und Marge. Liegt die Summe über 40 Prozent, gilt ein Softwareunternehmen als gesund, weil es Wachstum nicht nur mit Verlusten erkauft. Palantir liegt weit darüber. Die Kennzahl ist allerdings nicht standardisiert: Welche Marge eingeht, entscheidet jedes Unternehmen selbst. Vergleiche mit anderen Firmen sind deshalb nur eingeschränkt möglich.
Die Kursreaktion
Vor den Zahlen hatte die Aktie im Abverkauf der Softwarewerte deutlich nachgegeben. Nach der Veröffentlichung am Abend des 3. August legte sie nachbörslich deutlich zu. [2] Über die gesamte Woche summierte sich das Plus auf rund 36 Prozent, so wie es auch im Titel von Folge 38 steht.
Die Brücke zur Folge
In Folge 38 sprechen die Hosts über die Zahlen und ihre persönlichen Erfahrungen mit der Aktie. Die Positionen reichen vom langjährigen Halten bis zum bewussten Ausstieg. Der Artikel übernimmt die wirtschaftliche Frage aus der Folge, macht daraus aber keine Kaufempfehlung. Persönliche Gewinne hängen vom jeweiligen Einstieg ab und sagen nichts darüber, welche Rendite ein neuer Käufer erwarten kann.
Worauf es für die Aktie ankommt
Das Geschäft wächst schneller als zuvor, nicht langsamer. Gleichzeitig ist die Aktie gemessen am Gewinn ein Vielfaches höher bewertet als der breite Markt. Damit ist viel künftiges Wachstum bereits eingepreist. Für Neueinsteiger ist deshalb nicht die Frage entscheidend, ob Palantir ein starkes Unternehmen ist, sondern ob das Wachstum über Jahre hoch genug bleibt, um diese Bewertung zu rechtfertigen. Schon eine leichte Verlangsamung kann bei solchen Bewertungen zu deutlichen Kursrückgängen führen.
1 Frage kurz erklärt
Häufige Frage
Verkauft Palantir KI-Chips?
Nein. Palantir verkauft Software, mit der Unternehmen und Behörden große Datenmengen zusammenführen und auswerten. Die KI-Plattform des Unternehmens setzt auf vorhandenen Sprachmodellen auf und macht sie in Organisationen nutzbar.
Podcastquelle: Economy First, Folge 38, aufgenommen am 8. August 2026.
Ursprünglich erschienen am 9. August 2026. Eigene Einordnungen sind entsprechend gekennzeichnet.
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