Iran-Deal vor den US-Midterms: Könnte das die Börsen bewegen?
Zwei Tage vor den US-Midterms laufen neue Iran-Gespräche in Doha. Welche Folgen eine Öffnung der Straße von Hormus für Ölpreis, Inflation, Fed und Aktien hätte.
Zum Beispiel „Palantir“, „Zinsen“ oder „Folge 38“.
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Laut arabischen Medien haben die USA einen Entwurf für ein Abkommen mit dem Iran gebilligt. Bestätigt ist das nicht. Was bekannt ist, was im Deal stehen könnte und welche Branchen und Aktien profitieren würden.

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Die USA sollen einem Entwurf für eine Absichtserklärung mit dem Iran zugestimmt haben. Das berichtet die in Katar ansässige Zeitung Al-Araby Al-Jadeed unter Berufung auf Quellen aus dem Umfeld der Vermittler. Beide Seiten hätten demnach beim iranischen Atomprogramm und bei eingefrorenen Geldern Zugeständnisse gemacht. [1] [2]
Offiziell bestätigt hat das bislang weder Washington noch Teheran. Ein hochrangiger iranischer Vertreter sagte Reuters am selben Tag sogar, beide Seiten seien noch weit von einer Einigung entfernt. Der Ölmarkt reagiert trotzdem: Brent fiel am Nachmittag unter 102 Dollar je Barrel. Dieser Artikel wird laufend ergänzt. [3] [5]
Die Meldungen kamen innerhalb weniger Minuten am frühen Nachmittag, zeitgleich mit einem Interview von US-Präsident Donald Trump bei Fox News. Trump sagte dort unter anderem, die US-Hilfe für Israel laufe zum Jahresende aus, weil Israel sie nicht brauche. Marktbeobachter lasen das als Zeichen, dass Washington stärker auf einen Deal mit Teheran setzt. [4] [9]
Katars Außenministerium: Die Vermittler sind aus Teheran zurück, die Gespräche laufen weiter. Reuters: Iran sieht noch keinen Deal in Reichweite.
Trump spricht bei Fox News über Iran, Kanada und Israel.
Al-Araby Al-Jadeed: Washington hat den Entwurf der Absichtserklärung gebilligt, den Katar am Vortag nach Teheran gebracht hatte.
Bericht über Zugeständnisse beider Seiten beim Atomprogramm und bei eingefrorenen Geldern.
Laut den Quellen geht es nun um den ersten Schritt und darum, wie eine Zwischeneinigung verkündet wird.
Brent für Januar fällt unter 102 Dollar.
Laut den Quellen der Zeitung haben die Vermittler auch Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate über den Inhalt informiert, beide hätten zugestimmt. Die Verkündung solle schrittweise und auf beiden Seiten gleichzeitig erfolgen. [1] [9]
Einen veröffentlichten Text gibt es nicht. Aus den Berichten der vergangenen zwei Wochen lässt sich aber zusammensetzen, worüber verhandelt wird. Katar und Pakistan vermitteln, seit gut einer Woche liegt ein Entwurf auf dem Tisch. [3] [6]
| Punkt | Was berichtet wird | Stand |
|---|---|---|
| Absichtserklärung | USA haben den Entwurf aus Katar gebilligt | nur anonyme Quellen |
| Eingefrorene Gelder | Iran soll die Zinsen auf rund 6 Mrd. Dollar erhalten, die in Katar liegen | Vorschlag seit 20. Oktober, nicht bestätigt |
| Atomprogramm | Inspektoren der Atomenergiebehörde IAEA sollen wieder Zugang bekommen, zunächst vertraulich | Vorschlag, nicht bestätigt |
| Straße von Hormus | Iran bietet an, die Meerenge binnen zwei Tagen zu öffnen, wenn seine Bedingungen erfüllt sind | offizielle iranische Position |
| Irans Bedingungen | Ende der US-Seeblockade, Aufhebung von Sanktionen, Garantie gegen neue Angriffe, Waffenruhe auch im Libanon | offizielle iranische Position |
| Zeitplan | Erst eine Zwischeneinigung, dann Rückkehr an den Verhandlungstisch | nur anonyme Quellen |
Der Kern wäre also ein Tausch: Geld gegen Kontrolle. Der Iran bekäme Zugriff auf einen Teil seiner Mittel, im Gegenzug dürften Kontrolleure wieder Atomanlagen sehen. Trump hat stets betont, er werde keine iranische Atombombe zulassen. [6]
Es gibt ein Vorbild. Schon im Juni hatten beide Seiten eine Absichtserklärung unterschrieben, das sogenannte Islamabad-Memorandum. Es sah die Öffnung der Straße von Hormus, Ausnahmen von den Sanktionen für iranisches Öl und spätere Atomgespräche vor. Der Krieg, der Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels begonnen hatte, flammte danach trotzdem wieder auf. [8]
Die positiven Meldungen stehen im Widerspruch zu dem, was Iran offiziell sagt. Ein hochrangiger iranischer Vertreter sagte Reuters am Dienstag, eine Einigung sei noch weit entfernt. Teheran werde „überzogene Forderungen“ aus Washington nicht akzeptieren, Atomgespräche könnten erst beginnen, wenn die iranischen Bedingungen erfüllt seien. [3]
Dazu kommt Gewalt. In der Nacht griffen die USA Stellungen auf der iranischen Insel Qeschm an der Straße von Hormus an. Ein US-Vertreter sprach von einem „defensiven“ Schlag gegen Flugabwehrraketen, die gegen US-Einheiten eingesetzt worden seien. Iran kündigte eine harte Antwort an. [3]
Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf sagte, Teheran habe eine „starke und vernünftige Antwort“ geschickt, der Ball liege nun bei den USA. Katar erklärte, beide Seiten blieben der Vermittlung verpflichtet und prüften die Vorschläge. [10]
Hinzu kommt der Zeitpunkt. Heute wählen die USA ihr Parlament neu. Trump hatte mehrfach angedeutet, das Militär könne nach der Wahl wieder angreifen. Ein Händler wies darauf hin, dass dieselbe Zeitung schon am Montag den Ausverkauf am Ölmarkt ausgelöst hatte, und hält die Quelle für fragwürdig. [7] [4]
Für die Börse ist der Ölpreis der wichtigste Übertragungsweg. Vor dem Krieg kostete ein Barrel Brent rund 70 Dollar. Im Oktober stieg der Preis um mehr als 10 Prozent, weil der Markt mit neuen Angriffen nach den Wahlen rechnete. Am Montag folgte dann der Absturz um 7,6 Prozent auf 104,77 Dollar, heute ging es weiter abwärts. [18] [5] [11]
Brent je Barrel in US-Dollar, Januar-Kontrakt beziehungsweise Schlusskurs
| Zeitpunkt | Brent (US-Dollar je Barrel) |
|---|---|
| Vor Kriegsbeginn | rund 70 |
| 30.10.2026, Schluss Januar-Kontrakt | 113,43 |
| 02.11.2026, Schluss | 104,77 |
| 03.11.2026, morgens | rund 106 |
| 03.11.2026, 14:53 Uhr MEZ | unter 102 |
Der Dienstag verlief dabei in zwei Richtungen. Am Morgen stieg Brent nach dem US-Angriff auf Qeschm zunächst wieder auf rund 106 Dollar, der Markt preiste erneut Kriegsrisiko ein. Erst die Berichte über die Absichtserklärung am frühen Nachmittag drückten den Preis unter 102 Dollar. [22] [5]
Das Öl ist trotzdem noch knapp. Die Lieferungen aus der Golfregion liegen weiter unter dem Niveau vor dem Krieg. Goldman Sachs hat seine Prognose für Brent im Dezember gerade erst von 90 auf 105 Dollar angehoben. Ein unterschriebener Deal würde den Preis weiter drücken, ein Scheitern könnte ihn schnell wieder auf 120 Dollar treiben. [11] [13]
Billigeres Öl verteilt Gewinne und Verluste sehr ungleich. Das zeigte sich schon am Montag, als die Hoffnung auf eine Einigung aufkam. [14] [15]
| Branche | Beispiel | Heute, 3. November | Treiber heute | Zum Vergleich: Montag |
|---|---|---|---|---|
| Fluggesellschaften | Lufthansa | rund +3,3 % auf etwa 7,70 €, vormittags | Quartalszahlen besser als erwartet, trotz gesenkter Prognose | +3,7 % |
| Fluggesellschaften USA | JetBlue, United | US-Börse seit 15:30 Uhr offen, wird nachgetragen | offen | +11 %, +6 % |
| Triebwerke | MTU Aero Engines | −2,6 % auf 336,70 €, 13:23 Uhr | Bank of America streicht die Kaufempfehlung | +5,3 %, Tagessieger im DAX |
| Rüstung | Rheinmetall | −0,9 % auf 991 €, vormittags | US-Angriff auf Qeschm bremst den Rückgang | −3,3 %, Schlusslicht im DAX |
| Ölkonzerne | ExxonMobil, Chevron | US-Börse seit 15:30 Uhr offen, wird nachgetragen | offen | −3 %, −2,4 % |
| Gesamtmarkt | DAX | −0,6 % auf 25.827 Punkte, mittags | US-Angriff, schwache US-Tech-Werte | +0,6 % |
Wichtig für die Einordnung: Die heutigen Bewegungen in Deutschland lassen sich nur teilweise mit dem Iran erklären. Lufthansa und MTU bewegen sich vor allem wegen eigener Nachrichten. Der Montag zeigt das reine Iran-Muster deutlicher: Airlines und Reisewerte stiegen, Öl- und Rüstungsaktien fielen. [19] [20]
Fluggesellschaften sind der klarste Gewinner. Am stärksten profitieren die Airlines, die nur knapp profitabel sind und ihren Treibstoff nicht abgesichert haben. JetBlue rechnet für 2026 mit einem operativen Verlust, plant aber mit 4,64 Dollar je Gallone Kerosin. Jeder Cent weniger landet direkt im Ergebnis. Bei Delta und United fällt der Effekt kleiner aus, weil beide bereits gut verdienen. [14]
Die Lufthansa zeigt, wie groß der Hebel ist. Der Konzern senkte heute seine Gewinnprognose für 2026 auf 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro, weil Kerosin so teuer ist. Die Aktie stieg trotzdem um gut 3 Prozent, weil das operative Ergebnis im dritten Quartal über den Erwartungen lag und Anleger auf sinkende Ölpreise setzen. [17] [20]
Auf der Verliererseite stehen Ölkonzerne und Rüstungsfirmen. Rheinmetall hat sich gegenüber dem Rekordhoch von 1.966 Euro fast halbiert und notierte am Montag knapp über 1.000 Euro. [16]
Indirekt würde ein Deal auch Inflation und Zinsen beeinflussen. Billigeres Öl senkt die Teuerung, das gibt Notenbanken mehr Spielraum. Davon profitieren vor allem wachstumsstarke Tech-Aktien, die auf niedrigere Zinsen angewiesen sind. Mehr dazu in unserem Artikel zum Iran-Deal vor den US-Midterms.
Die Richtung stimmt, die Belege fehlen. Seit Wochen tauchen Fortschritte zuerst in regionalen Medien mit anonymen Quellen auf, oft um die Reaktion beider Hauptstädte zu testen. Gleichzeitig greifen die USA iranische Stellungen an, und Teheran spricht offiziell von einem weiten Weg. Wir halten eine Zwischeneinigung in den nächsten Tagen für möglich, aber nicht für sicher. [2] [3]
Für Anleger heißt das: Der Markt handelt bereits einen Deal, den es offiziell noch nicht gibt. Die Gewinne bei Airlines und die Verluste bei Öl und Rüstung sind damit anfällig für Rückschläge. Ein solches Muster gab es in diesem Krieg schon mehrfach: Der Ölpreis fiel auf Gerüchte über eine Einigung, und stieg kräftig, als die Kämpfe wieder aufflammten. Entscheidend wird, ob Washington oder Teheran den Bericht offiziell bestätigt und was nach der Wahl passiert. [5]
Offiziell nicht. Die Zeitung Al-Araby Al-Jadeed berichtet unter Berufung auf Quellen aus dem Vermittlerteam, dass die USA einen Entwurf für eine Absichtserklärung gebilligt haben. Washington und Teheran haben das nicht bestätigt, ein iranischer Vertreter sprach am selben Tag von einem weiten Weg. [1] [3]
[1] Newsquawk, 3. November 2026: Al-Araby Al-Jadeed, Washington billigt Entwurf der Absichtserklärung.
[2] Newsquawk, 3. November 2026: Zugeständnisse bei Atomprogramm und eingefrorenen Geldern.
[3] Reuters via Al-Monitor, 3. November 2026: Iran-US deal still out of reach, Iranian official says.
[4] investingLive, 3. November 2026: Trump on Israel, the aid gets cut off at year-end.
[5] Newsquawk, 3. November 2026: Brent rutscht unter 102 Dollar.
[7] Al Jazeera, 2. November 2026: Trump signals progress on Iran deal as Tehran pushes faster ceasefire.
[8] CNN, 17. Juni 2026: Der Text des Islamabad-Memorandums.
[9] Breaking Market News (Telegram), Meldungen vom 3. November 2026, 14:22 bis 14:45 Uhr MEZ, Screenshots der Redaktion.
[11] CNBC, 2. November 2026: Crude oil prices sell off more than 7% on Iran peace talk hopes.
[12] Clash Report, 2. November 2026: Schlusskurse Brent und WTI vom 30. Oktober und 2. November.
[13] Dubai Standard, 2. November 2026: Ölangebot bleibt knapp, Risiko von 120 Dollar.
[14] TIKR, 2. November 2026: JetBlue, Frontier, United und Delta steigen mit fallendem Ölpreis.
[15] 24/7 Wall St., 2. November 2026: JetBlue +11 %, United +6 %.
[16] Investing.com, 2. November 2026: Ölrutsch, Lufthansa steigt, Rheinmetall fällt.
[17] dpa-AFX via ariva, 3. November 2026: Kerosin belastet Lufthansa 2026 noch stärker, Aktie legt zu.
[18] Energynews, 2. November 2026: Brent fällt um 7,64 Prozent, Vorkriegsniveau rund 70 Dollar.
[19] Investing.com, 3. November 2026: MTU-Aktie, Bank of America streicht Kaufempfehlung.
[21] XTB, 3. November 2026: MTU war am Montag Tagessieger im DAX.
[22] Bloomberg, 3. November 2026: Oil recovers from one-day plunge on reports of US-Iran attack.
[23] awp via finanzen.ch, 3. November 2026: Dax etwas schwächer, Ölpreis, Tech-Schwäche, Quartalszahlen.
[24] Invezz, 2. November 2026: ExxonMobil und Chevron fallen mit dem Ölpreis.
Redaktionsstand: 3. November 2026, 15:50 Uhr. Der Artikel wird im Tagesverlauf aktualisiert.
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