Apple Q4 2026: Rekord-iPhone zum Start von John Ternus, aber die Marge schrumpft
Apple meldet 114,5 Milliarden Dollar Umsatz und einen iPhone-Rekord für das Septemberquartal. Teure Speicherchips drücken die Marge, China verfehlt die Erwartungen. Die Zahlen im Überblick.
114,5 Mrd. $Umsatz im Septemberquartal 2026, Rekord für dieses Quartal und plus 12 Prozent
57,6 Mrd. $iPhone-Umsatz, plus 17 Prozent
31,6 Mrd. $Services, Allzeithoch mit plus 10 Prozent
47,9 %Bruttomarge, nach 50,1 Prozent im Vorquartal
iPhone-Rekord
Speicherkosten
Marge
Weihnachten
Geschäftsquartal Juli bis September 2026. Stand: 2. November 2026, nachbörslich. Quellen [1], [2].
In diesem Artikel9 Abschnitte
Für John Ternus hätte der Einstand kaum besser aussehen können. In seiner ersten Bilanz als Apple-Chef meldet der Konzern 114,48 Milliarden Dollar Umsatz für das Septemberquartal, ein Plus von 12 Prozent und mehr als die Analysten erwartet hatten. Der Gewinn je Aktie stieg um 14 Prozent auf 2,10 Dollar. Das iPhone setzte so viel um wie noch nie in einem Septemberquartal. [1][2]
Die Aktie reagierte trotzdem kaum. Nachbörslich bewegte sie sich nur wenig, zeitweise lag sie rund 1 Prozent im Minus. Der Grund steckt in zwei Zahlen, die weniger glänzen: Die Bruttomarge fiel deutlich, und in China blieb Apple unter den Erwartungen. [2][3][6]
Apple übertrifft die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn
Apple hatte im Juli ein Umsatzwachstum von 9 bis 11 Prozent angekündigt. Mit 12 Prozent lag das Ergebnis über der eigenen Spanne. Auch der Analystenkonsens wurde geschlagen: Erwartet waren laut LSEG rund 113,4 Milliarden Dollar Umsatz und laut Bloomberg etwa 2,00 Dollar Gewinn je Aktie. [2][3][5]
ECONOMY FIRST · ERWARTUNG GEGEN ERGEBNIS
Mac und iPhone schlagen die Schätzungen, iPad und China nicht
Kennzahl
Ergebnis
Erwartung
Bewertung
Umsatz gesamt
114,48 Mrd. $
113,39 Mrd. $
übertroffen
Gewinn je Aktie
2,10 $
2,00 $
übertroffen
iPhone
57,58 Mrd. $
56,54 Mrd. $
übertroffen
Mac
10,79 Mrd. $
9,61 Mrd. $
deutlich übertroffen
Services
31,57 Mrd. $
rund 31,7 Mrd. $
knapp verfehlt
iPad
6,23 Mrd. $
6,70 Mrd. $
verfehlt
Wearables, Home, Zubehör
8,30 Mrd. $
9,06 Mrd. $
verfehlt
Großchina
17,54 Mrd. $
18,75 Mrd. $
verfehlt
Erwartungen: LSEG laut CNBC, Gewinn je Aktie und China laut Bloomberg-Konsens bei Yahoo Finance, Services laut Visible Alpha. Stand: 2. November 2026. Quellen [2], [3], [8].
Der Nettogewinn stieg um 12 Prozent auf 30,71 Milliarden Dollar. Ein Teil davon ist Rückenwind von außen: Erstattete US-Zölle brachten rund 5 Cent je Aktie. Ohne diesen Sondereffekt hätte Apple die Gewinnerwartung zwar weiterhin übertroffen, aber knapper. [1][2]
Das iPhone wächst um 17 Prozent, obwohl die neuen Modelle kaum mitzählen
Mit 57,58 Milliarden Dollar machte das iPhone gut die Hälfte des Umsatzes aus. Vor einem Jahr waren es 49,02 Milliarden Dollar. Bemerkenswert ist, wie wenig das neue Modelljahr dazu beitrug: Das iPhone 18 Pro war im Quartal nur acht Tage im Handel, das neue faltbare Flaggschiff iPhone Duo kam erst nach Quartalsende in die Läden. Das Wachstum kam also vor allem von der iPhone-17-Generation aus dem Vorjahr. [1][2][4]
Der Mac legte um 24 Prozent auf 10,79 Milliarden Dollar zu und war damit die größte Überraschung des Quartals. Schwächer liefen iPad und Wearables: Das iPad verlor 10 Prozent, die Sparte mit Apple Watch, AirPods und Zubehör 8 Prozent. [1][4]
ECONOMY FIRST · WACHSTUM NACH SPARTEN
Mac und iPhone ziehen, iPad und Wearables schrumpfen
Umsatzveränderung gegenüber dem Vorjahresquartal in Prozent, Septemberquartal 2026
Mac+24 %
iPhone+17 %
Services+10 %
Wearables, Home, Zubehör−8 %
iPad−10 %
Blasse Balken zeigen Rückgänge. Quellen: Apple-Zahlen laut [1], Vorjahreswerte [4].Daten und Text zur Grafik
Sparte
Q4 2026 (Mrd. $)
Q4 2025 (Mrd. $)
Veränderung
iPhone
57,58
49,03
+17 %
Mac
10,79
8,73
+24 %
Services
31,57
28,75
+10 %
Wearables, Home, Zubehör
8,30
9,01
−8 %
iPad
6,23
6,95
−10 %
Services erreichen ein Allzeithoch, wachsen aber langsamer
Das Geschäft mit App Store, iCloud, Apple Music und Werbung setzte 31,57 Milliarden Dollar um, so viel wie nie zuvor. Das Wachstum von 10 Prozent ist allerdings das schwächste seit mehr als drei Jahren. Im Vorquartal waren es noch 12 Prozent. Finanzchef Kevan Parekh hatte bereits im Sommer auf schwächeres Handyspiele-Geschäft und neue App-Store-Regeln in einigen Ländern hingewiesen. [1][5][9]
Für die Bewertung der Aktie ist das wichtig. Services sind deutlich profitabler als Geräte und gelten als Grund, warum Anleger für Apple einen Aufschlag zahlen. Ein Allzeithoch beim Umsatz reicht da nicht, entscheidend ist das Tempo.
Teurer Speicher kostet Apple zwei Prozentpunkte Marge
Die Bruttomarge, also der Anteil vom Umsatz, der nach den Herstellungskosten bleibt, fiel auf 47,9 Prozent. Im Vorquartal waren es 50,1 Prozent. In beiden Werten stecken Sondereffekte aus erstatteten Zöllen, diesmal rund ein Prozentpunkt. Ohne diese Hilfe läge die Marge bei etwa 46,9 Prozent. [2]
Der Hauptgrund sind Speicherchips. Weil KI-Rechenzentren riesige Mengen davon kaufen, sind die Preise stark gestiegen. Der frühere Apple-Chef Tim Cook sprach im Sommer von einer Jahrhundertflut bei den Speicherpreisen. Ternus sagte nun, die höheren Speicherkosten seien teilweise durch Lagerbestände und günstigere andere Bauteile ausgeglichen worden. [2][6]
ECONOMY FIRST · WIRKUNGSKETTE
Wie der KI-Boom Apples Marge drückt
1. KI-Rechenzentren
Cloud-Konzerne kaufen Speicherchips in großen Mengen.
2. Knapper Speicher
Die Preise für Speicher steigen stark, auch für Smartphones und Laptops.
3. Teurere Geräte
Jedes iPhone und jeder Mac kostet Apple in der Herstellung mehr.
4. Weniger Marge
Apple gleicht nur einen Teil über Preise, Lager und andere Bauteile aus.
Eigene Darstellung nach Aussagen von Apple. Quellen [2], [6].
Immerhin lag die Marge innerhalb der eigenen Prognose von 47 bis 48 Prozent. Überrascht wurde also niemand, der Apples Ausblick ernst genommen hatte. [5]
China wächst stark, enttäuscht aber trotzdem
In Großchina stieg der Umsatz um 21 Prozent auf 17,54 Milliarden Dollar. Analysten hatten aber mit 18,75 Milliarden Dollar gerechnet. Europa legte um 12 Prozent auf 32,01 Milliarden Dollar zu. China bleibt damit Apples größter Unsicherheitsfaktor: Die Region wächst wieder, doch der Markt hatte sich noch mehr erhofft. [1][3]
Rekordjahr und 28 Milliarden Dollar für die Aktionäre
Über das ganze Geschäftsjahr 2026 setzte Apple 478,83 Milliarden Dollar um, 15 Prozent mehr als im Vorjahr mit 416 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie stieg um 20 Prozent auf 8,98 Dollar. Ternus spricht vom besten Geschäftsjahr der Firmengeschichte. [1][4]
Im Quartal erwirtschaftete Apple 28 Milliarden Dollar operativen Cashflow und gab dieselbe Summe über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurück. Die Quartalsdividende bleibt bei 0,27 Dollar je Aktie. Laut Apple erreichte die Zahl aktiver Geräte in allen großen Produktkategorien und Regionen einen neuen Höchststand. [6][7]
ECONOMY FIRST · GESCHÄFTSJAHR IM VERGLEICH
Apples bestes Jahr: 63 Milliarden Dollar mehr Umsatz
Kennzahl
Geschäftsjahr 2026
Geschäftsjahr 2025
Veränderung
Umsatz
478,83 Mrd. $
416 Mrd. $
+15 %
Gewinn je Aktie
8,98 $
rund 7,46 $
+20 %
Umsatz Septemberquartal
114,48 Mrd. $
102,47 Mrd. $
+12 %
Gewinn je Aktie Septemberquartal
2,10 $
1,85 $
+14 %
Geschäftsjahr endet jeweils Ende September. Vorjahres-Gewinn je Aktie aus der Veränderung zurückgerechnet. Quellen [1], [4].
Die wichtigste Zahl kommt erst noch: der Ausblick auf Weihnachten
An der Börse zählt bei Apple weniger das abgelaufene Quartal als das Weihnachtsgeschäft. Apple nennt seine Prognose nicht in der Pressemitteilung, sondern erst im Gespräch mit Analysten. Analysten erwarten für das Dezemberquartal im Schnitt rund 153 Milliarden Dollar Umsatz, davon knapp 89 Milliarden Dollar mit dem iPhone. Das wären über 6 Prozent mehr als die 143,8 Milliarden Dollar aus dem Vorjahr. [8][10]
Zwei Fragen stehen dabei im Mittelpunkt. Erstens: Kann Apple genug iPhone Duo bauen, um die Nachfrage vor Weihnachten zu bedienen? Einige Analysten rechnen wegen knapper Bauteile mit weniger ausgelieferten iPhones. Zweitens: Wie stark sinkt die Marge weiter, wenn die günstig eingekauften Speicherbestände aufgebraucht sind? Bank of America hält die Erwartungen für das Dezemberquartal für zu hoch. [8][11]
Hinweis: Dieser Artikel entstand kurz nach Veröffentlichung der Zahlen. Apples Prognose für das Dezemberquartal aus der Telefonkonferenz ist noch nicht eingearbeitet und wird nachgetragen.
Economy-First-Fazit: Starkes Quartal, die Rechnung kommt über die Kosten
Operativ liefert Apple genau das, was Ternus brauchte: ein Rekordquartal, ein starkes iPhone und einen überraschend gut laufenden Mac. Das Problem liegt woanders. Apple verkauft mehr, verdient an jedem Gerät aber weniger, weil der KI-Boom bei anderen Konzernen die Bauteile verteuert. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 39 ist in der Aktie viel Vertrauen eingepreist, dass Apple diesen Druck über Preise und Services ausgleichen kann. Ob das gelingt, zeigt das Weihnachtsquartal, das erste, das Ternus komplett verantwortet. [6]
4 Fragen kurz erklärt
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Umsatz hat Apple im vierten Quartal 2026 gemacht?
Apple setzte im Septemberquartal 2026 rund 114,48 Milliarden Dollar um, 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Das ist ein Rekord für dieses Quartal und lag über den Erwartungen der Analysten von etwa 113,4 Milliarden Dollar. [1][2]
Warum ist Apples Marge gesunken?
Vor allem wegen teurer Speicherchips, deren Preise durch den Bedarf von KI-Rechenzentren stark gestiegen sind. Die Bruttomarge fiel von 50,1 auf 47,9 Prozent und lag damit trotzdem in Apples eigener Prognose. [2][5]
Wer ist der neue Apple-Chef?
John Ternus führt Apple seit dem 1. September 2026 und folgte auf Tim Cook. Der langjährige Hardware-Chef ist seit rund 25 Jahren im Unternehmen. Die Zahlen zum Septemberquartal sind seine erste Bilanz als Vorstandschef. [2][5]
Wie hoch ist die Apple-Dividende?
Apple zahlt weiterhin 0,27 Dollar je Aktie pro Quartal. Im abgelaufenen Quartal gab der Konzern über Dividenden und Aktienrückkäufe insgesamt 28 Milliarden Dollar an die Aktionäre zurück. [6][7]
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