AMD Q3 2026: Rechenzentren fast verdoppelt, Ausblick schlägt alle Erwartungen
AMD wächst um 45 Prozent, das Rechenzentrumsgeschäft um 97 Prozent. Für das vierte Quartal erwartet der Chipkonzern 17 Milliarden Dollar Umsatz, deutlich mehr als Analysten. Die Aktie springt nachbörslich über 6 Prozent.
Das KI-Geschäft trägt AMD, der Ausblick setzt noch einen drauf
+97 %Umsatz mit Rechenzentren im dritten Quartal 2026, Rekord von 8,5 Milliarden Dollar
13,4 Mrd. $Konzernumsatz, plus 45 Prozent
17 Mrd. $erwarteter Umsatz im vierten Quartal, Konsens lag bei 16,1 Mrd. $
64 %Anteil der Rechenzentren am Umsatz
KI-Chips
Rechenzentren
Marge
Ausblick
Drittes Quartal, Juli bis September 2026. Stand: 3. November 2026, 22:16 Uhr MEZ. Quellen [1], [2].
In diesem Artikel7 Abschnitte
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AMD hat im dritten Quartal 13,4 Milliarden Dollar umgesetzt, 45 Prozent mehr als vor einem Jahr und mehr als der obere Rand der eigenen Prognose. Fast zwei Drittel davon kamen aus dem Geschäft mit Rechenzentren, das sich mit einem Plus von 97 Prozent nahezu verdoppelt hat. Noch wichtiger für die Börse ist der Ausblick: Für das vierte Quartal erwartet AMD rund 17 Milliarden Dollar Umsatz, deutlich mehr als Analysten geschätzt hatten. [1]
Die Aktie hatte den regulären Handel bereits mit einem Plus von 3,65 Prozent bei 483,90 Dollar beendet. Nach den Zahlen stieg sie nachbörslich auf 515 Dollar, ein Plus von weiteren 6,43 Prozent. Damit bricht AMD ein Muster: Nach den beiden vorherigen Quartalsberichten war die Aktie trotz guter Zahlen jeweils gefallen. [2][3]
AMD übertrifft die Erwartungen überall
Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 74 Prozent auf 2,09 Dollar, Analysten hatten mit rund 1,94 Dollar gerechnet. Auch beim Umsatz lag AMD mit 13,38 Milliarden Dollar über der Schätzung von 13,09 Milliarden Dollar. Die bereinigte operative Marge kletterte um 5 Prozentpunkte auf 29 Prozent. [1][4]
ECONOMY FIRST · ERWARTUNG GEGEN ERGEBNIS
Gewinn, Umsatz und Ausblick über den Schätzungen
Kennzahl
Ergebnis
Erwartung
Abweichung
Umsatz Q3
13,38 Mrd. $
13,09 Mrd. $
+2,2 %
Bereinigter Gewinn je Aktie
2,09 $
1,94 $
+7,7 %
Umsatz Rechenzentren
8,5 Mrd. $
rund 8,2 bis 8,3 Mrd. $
übertroffen
Bereinigte Bruttomarge
56 %
rund 56 %
im Rahmen
Umsatzprognose Q4
ca. 17,0 Mrd. $ (±3 %)
16,14 Mrd. $
+5,3 %
Erwartungen laut Analystenkonsens vor den Zahlen, Rechenzentren laut KuCoin und EBC. Abweichungen selbst berechnet. Quellen [1], [4], [5], [6].
Nach den strengeren GAAP-Regeln verdiente AMD 1,46 Dollar je Aktie, 95 Prozent mehr als vor einem Jahr. Darin steckt eine Belastung von 1,1 Milliarden Dollar: AMD hat Kunden Optionsrechte auf eigene Aktien eingeräumt, und weil der Aktienkurs gestiegen ist, musste der Wert dieser Verpflichtung neu bewertet werden. Das kostet Gewinn auf dem Papier, aber kein Geld aus der Kasse. [1]
Rechenzentren machen zwei Drittel des Geschäfts aus
Das Rechenzentrumsgeschäft erreichte einen Rekord von 8,5 Milliarden Dollar. Getrieben wurde es von zwei Produkten: den KI-Grafikchips der Instinct-Reihe, deren neue Generation MI450 im Quartal anlief, und den Serverprozessoren EPYC. Noch im zweiten Quartal lag die Sparte bei 6,72 Milliarden Dollar. [1][5]
ECONOMY FIRST · SPARTEN
Rechenzentren wachsen, Gaming bricht ein
Umsatzveränderung gegenüber dem Vorjahresquartal in Prozent, drittes Quartal 2026
Rechenzentren (8,5 Mrd. $)+97 %
Embedded (1,1 Mrd. $)+29 %
PC und Gaming (3,7 Mrd. $)−8 %
davon Gaming (773 Mio. $)−40 %
Blasse Balken zeigen Rückgänge. Quellen [1], [7].Daten und Text zur Grafik
Sparte
Umsatz Q3 2026
Veränderung zum Vorjahr
Rechenzentren
8,5 Mrd. $
+97 %
PC und Gaming
3,7 Mrd. $
−8 %
davon Gaming
773 Mio. $
−40 %
Embedded
1,1 Mrd. $
+29 %
Der Rest des Konzerns verliert dagegen an Bedeutung. Das Geschäft mit PC-Prozessoren und Gaming schrumpfte um 8 Prozent, das Gaming allein um 40 Prozent auf 773 Millionen Dollar. AMD hatte einen deutlichen Rückgang im Gaming bereits angekündigt. Das Embedded-Geschäft mit Chips für Industrie, Autos und Netzwerktechnik wuchs um 29 Prozent. [7]
Helios: AMDs Antwort auf Nvidias Komplettsysteme
Der wichtigste Wachstumstreiber der kommenden Monate heißt Helios. Das ist ein ganzes Serverregal, in dem AMD Grafikchips, Prozessoren, Netzwerktechnik und Software zu einem fertigen System verbindet. Bisher war Nvidia mit solchen Komplettsystemen allein. AMD liefert Helios seit September aus. [3][8]
Laut AMD laufen bereits Anwendungen von Anthropic, Meta, Microsoft, OpenAI und Oracle auf Helios. Vorstandschefin Lisa Su sagte, die Nachfrage nach Instinct- und EPYC-Produkten habe sich weiter verstärkt. Das Wachstum solle sich im vierten Quartal noch beschleunigen, wenn die Produktion von Helios und der nächsten EPYC-Generation „Venice“ hochläuft. [1]
ECONOMY FIRST · WIRKUNGSKETTE
Warum der Ausblick so stark ausfällt
1. Neue Chips
Die KI-Grafikchips MI450 laufen an, die neuen Serverprozessoren Venice folgen.
2. Komplettsysteme
Helios bündelt beides in fertigen Serverregalen, die Kunden direkt einsetzen können.
3. Große Kunden
OpenAI, Meta, Microsoft, Oracle und Anthropic nutzen Helios bereits.
4. Mehr Umsatz
AMD erwartet im vierten Quartal rund 27 Prozent mehr Umsatz als im dritten.
Eigene Darstellung nach Angaben von AMD. Quellen [1], [8].
Der Ausblick: 17 Milliarden Dollar im vierten Quartal
AMD erwartet für das vierte Quartal etwa 17 Milliarden Dollar Umsatz, mit einer Spanne von plus oder minus 3 Prozent. Das wären rund 66 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und 27 Prozent mehr als im gerade abgelaufenen Quartal. Der Konsens lag bei 16,14 Milliarden Dollar. Jefferies gehörte zu den wenigen, die etwa 17 Milliarden Dollar erwartet hatten. Die bereinigte Bruttomarge soll bei rund 55 Prozent liegen und damit leicht unter dem dritten Quartal. [1][3][9]
ECONOMY FIRST · UMSATZENTWICKLUNG
Von 11,5 auf 17 Milliarden Dollar in zwei Quartalen
Quartalsumsatz in Milliarden US-Dollar, viertes Quartal als Prognose
Die etwas niedrigere Marge ist der Preis für das Wachstum. AMD hatte bereits angekündigt, dass die KI-Systeme während des Hochlaufs etwas weniger profitabel sind als der Durchschnitt des Konzerns. [4]
Zukäufe: Fei-Fei Li und spezielle KI-Chips
Im Bericht hebt AMD zwei Übernahmen hervor, die bereits vor einigen Wochen angekündigt wurden. Für rund 8,2 Milliarden Dollar in eigenen Aktien kauft AMD das KI-Labor World Labs der bekannten KI-Forscherin Fei-Fei Li, die bei AMD Chefwissenschaftlerin werden soll. Dazu kommt das kanadische Start-up Taalas, das Chips baut, auf denen ein KI-Modell direkt in der Hardware verankert ist. Das soll das Ausführen von KI-Modellen schneller und günstiger machen. [10][11][12]
Economy-First-Fazit: Diesmal reicht es dem Markt
Zweimal in Folge hatte AMD gute Zahlen geliefert, und zweimal war die Aktie danach gefallen. Diesmal ist es anders, weil der Ausblick eine echte Überraschung ist. 17 Milliarden Dollar im vierten Quartal zeigen, dass die Großaufträge von OpenAI, Meta und Co. jetzt tatsächlich als Umsatz ankommen. Die Abhängigkeit vom KI-Geschäft wächst damit allerdings weiter: Zwei Drittel des Umsatzes hängen jetzt an Rechenzentren. Sollten die großen Cloud-Konzerne ihre Investitionen kürzen, träfe das AMD mit voller Wucht. Für den Moment beweist AMD aber, dass es neben Nvidia einen zweiten ernsthaften Anbieter für KI-Rechenzentren gibt.
4 Fragen kurz erklärt
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Umsatz hat AMD im dritten Quartal 2026 gemacht?
AMD setzte im dritten Quartal 2026 rund 13,4 Milliarden Dollar um, 45 Prozent mehr als im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,09 Dollar und damit über der Erwartung von 1,94 Dollar. [1]
Was erwartet AMD für das vierte Quartal 2026?
AMD rechnet mit rund 17 Milliarden Dollar Umsatz, plus oder minus 3 Prozent, und einer bereinigten Bruttomarge von etwa 55 Prozent. Analysten hatten im Schnitt 16,14 Milliarden Dollar erwartet. [1][9]
Wie hat die AMD-Aktie auf die Zahlen reagiert?
Nach einem Plus von 3,65 Prozent im regulären Handel auf 483,90 Dollar stieg die Aktie nachbörslich um weitere 6,43 Prozent auf 515 Dollar. Nachbörsliche Kurse können bis zur Eröffnung am nächsten Tag noch deutlich schwanken. [2]
Was ist AMD Helios?
Helios ist ein komplettes KI-Serversystem von AMD, das Grafikchips, Prozessoren, Netzwerktechnik und Software in einem Regal verbindet. Es konkurriert mit den Komplettsystemen von Nvidia und wird seit September ausgeliefert. Kunden sind unter anderem OpenAI, Meta, Microsoft, Oracle und Anthropic. [1][8]
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