Schaeffler streicht 3.460 Stellen und schließt vier deutsche Standorte
Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler will in Europa weitere 3.460 Stellen abbauen, davon 2.660 in Deutschland. Werke in Dortmund, Morbach, Berlin und Schwalbach sollen schließen. Was hinter dem neuen Sparprogramm steckt und was die Zahlen zeigen.
Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler aus Herzogenaurach verschärft seinen Sparkurs. Europaweit sollen netto 3.460 Stellen wegfallen, davon rund 2.660 in Deutschland. Insgesamt sind 16 Standorte betroffen. Umgesetzt werden soll der Abbau überwiegend in den Jahren 2027 und 2028. [1]
Ende September beschäftigte Schaeffler in Deutschland 31.957 Stammmitarbeiter. Der Abbau entspricht damit rund neun Prozent der deutschen Stammbelegschaft. [1] Bereits im November 2024 hatte Schaeffler angekündigt, in Europa 4.700 Stellen zu streichen. [3]
Welche Standorte schließen
In Deutschland sollen vier Standorte geschlossen werden: Dortmund, Morbach in Rheinland-Pfalz, Berlin und Schwalbach in Hessen. Dazu kommt eine kleine Produktion in Belgien. [3] In Dortmund arbeiten rund 430 Menschen, in Morbach rund 160. Beide Werke stellen Bauteile für Verbrennungsmotoren her. [4] Später nannte Schaeffler zusätzlich je ein Werk in Österreich und Großbritannien, das schließen soll. [5]
Als Gründe nennt das Unternehmen die schwächere Nachfrage nach Teilen für Verbrennerfahrzeuge, den langsameren Hochlauf der Elektromobilität und mehr Wettbewerb. Dazu kommen nach eigener Aussage hohe Personalkosten in Deutschland und eine zu komplizierte Organisation mit zu vielen Führungsebenen. [2] Vorstandschef Klaus Rosenfeld kündigte an, zwei Führungsebenen zu streichen. Von den Beschäftigten verlangt Schaeffler zudem einen Gehaltsverzicht. [3]
Was die Zahlen zeigen
In den ersten neun Monaten 2026 setzte Schaeffler 17,48 Milliarden Euro um, nach 17,67 Milliarden ein Jahr zuvor. Die operative Marge stieg auf 4,5 Prozent, die Prognose für das Gesamtjahr hat der Konzern bestätigt. [4] Weil ein Großteil der Umbaukosten noch 2026 als Rückstellung verbucht wird, dürfte Schaeffler für dieses Jahr erneut einen Nettoverlust ausweisen, zum dritten Mal in Folge. [3]
Der Konzernbetriebsrat kritisiert den Kurs. Wer immer neue Abbauprogramme auflege, schwäche den Standort Deutschland, sagte der Vorsitzende Uli Schoepplein. [6]
Unsere Einordnung: Schaeffler steht für ein Problem der gesamten Zulieferbranche. Werke, die Teile für Verbrennungsmotoren bauen, werden weniger gebraucht, und das Geschäft mit Elektroautos wächst langsamer als geplant. Der Abbau trifft genau diese Werke zuerst. Gleichzeitig verhandelt die IG Metall gerade über die Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie und fordert Zusagen zur Sicherung von Standorten.
Die Stelle in der Folge
Ab 00:44:22 spricht Cello über den Stellenabbau bei Schaeffler.
3 Fragen kurz erklärt
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Stellen baut Schaeffler ab?
Europaweit netto 3.460 Stellen, davon rund 2.660 in Deutschland. Umgesetzt werden soll das überwiegend 2027 und 2028.
Welche Schaeffler-Werke werden geschlossen?
In Deutschland Dortmund, Morbach, Berlin und Schwalbach. Dazu kommen eine kleine Produktion in Belgien sowie je ein Werk in Österreich und Großbritannien.
Warum baut Schaeffler Stellen ab?
Wegen der schwächeren Nachfrage nach Verbrennerteilen, des langsameren Hochlaufs der Elektromobilität, hoher Personalkosten in Deutschland und einer zu komplexen Organisation. Schaeffler will so jährlich rund 300 Millionen Euro sparen.
Podcastquelle: Economy First, Folge 50, vom 7. November 2026, 00:44:22 bis 00:46:49. Die Zeitmarken stammen aus dem bereitgestellten Transkript und können bei einem abweichenden Audioschnitt leicht abweichen.
Recherche und externe Quellenprüfung: 7. November 2026. Eigene Einordnungen sind entsprechend gekennzeichnet.
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