Blutiger Donnerstag: Nasdaq verliert 5,5 Prozent, KI-Aktien brechen ein
Am 5. November 2026 fiel der Nasdaq Composite um 5,52 Prozent, so stark wie seit April 2025 nicht mehr. Nvidia verlor rund 9 Prozent, der Chipindex über 12 Prozent. Was hinter dem Ausverkauf steckt und warum der Index jetzt in einer Korrektur steckt.
Einen Tag nach der Erleichterungsrally über die US-Kongresswahlen sind die amerikanischen Börsen eingebrochen. Der Nasdaq Composite schloss am Donnerstag, 5. November, mit einem Minus von 5,52 Prozent. Der S&P 500 fiel um 4,36 Prozent, der Dow Jones um 3,44 Prozent oder 1.833 Punkte. Für alle drei Indizes war es der schwächste Tag seit April 2025. [2]
Der Dow hatte am Mittwoch noch mehr als 1.500 Punkte gewonnen. Am Donnerstag war dieser Gewinn innerhalb weniger Stunden wieder weg. [4]
Was die Kurse gedrückt hat
Getroffen hat es vor allem Aktien, die vom Bau neuer KI-Rechenzentren leben: Chiphersteller, Speicherhersteller und Serveranbieter. Nvidia verlor rund 9 Prozent, der Halbleiterindex der Börse Philadelphia mehr als 12 Prozent. [3]
Als Auslöser nennen Marktberichte die Sorge, dass die neuen demokratischen Mehrheiten im Kongress den Ausbau von Rechenzentren bremsen könnten. Viele der gewählten Kandidaten hatten im Wahlkampf den Strom- und Wasserverbrauch der Anlagen kritisiert. [4][5] Dazu kamen Zweifel, die sich schon seit Wochen aufgebaut hatten: OpenAI hatte bei seiner jüngsten Finanzierungsrunde deutlich weniger Geld eingesammelt als geplant, und die Investitionen der großen Cloudanbieter steigen schneller als ihre Einnahmen.
ECONOMY FIRST · DIE INDIZES AM 5. NOVEMBER
Je mehr Technologie im Index, desto tiefer der Fall
Tagesveränderung in Prozent, Schlusskurse
Halbleiterindex (SOX)über −12 %
Nasdaq Composite−5,52 %
S&P 500−4,36 %
Dow Jones−3,44 %
Quellen [2], [3]. Balkenlänge relativ zum Chipindex.Daten und Text zur Grafik
Index
Veränderung
Halbleiterindex
über −12 %
Nasdaq Composite
−5,52 %
S&P 500
−4,36 %
Dow Jones
−3,44 %
Rekord in Punkten, Korrektur in Prozent
Mit 1.422 Punkten war es der größte Tagesverlust des Nasdaq in Punkten. Der bisherige Rekord von 1.122 Punkten stammte vom 5. Juni 2026. In Prozent gerechnet gehört der Tag dagegen nicht zu den 20 schwersten Einbrüchen, weil der Index heute viel höher steht als früher. [6]
Wichtiger für Anleger ist eine andere Zahl: Der Nasdaq liegt jetzt 11,9 Prozent unter seinem Schlusskursrekord vom 6. Oktober. [1] Ab 10 Prozent Abstand spricht man von einer Korrektur, ab 20 Prozent von einem Bärenmarkt.
Wie viel Börsenwert verloren ging
Die Angaben schwanken je nachdem, was gezählt wird. Für den Nasdaq 100 nannte Bloomberg rund 2,3 Billionen Dollar, für alle Nasdaq-Werte kursieren rund 2,5 Billionen Dollar. Rechnet man den gesamten US-Markt, kommen einzelne Auswertungen auf rund 3 Billionen Dollar. [7][8]
Der Freitag danach
Am Freitag erholten sich die Technologiewerte teilweise. Auf Wochensicht blieb trotzdem ein Minus: rund 3,4 Prozent beim Nasdaq, 2,7 Prozent beim S&P 500 und 0,9 Prozent beim Dow Jones. [9]
Unsere Einordnung: Ein einzelner Tag sagt wenig über die nächsten Monate. Er zeigt aber, wie stark die Kurse der KI-Werte inzwischen an einer Erwartung hängen, nämlich dass der Bau von Rechenzentren ungebremst weitergeht. Jede Nachricht, die daran zweifeln lässt, trifft Chiphersteller und Serveranbieter zuerst.
Die Stelle in der Folge
Ab 00:12:26 sprechen Marin und Felix über den Donnerstag, den sie selbst als blutigen Donnerstag bezeichnen. Sie nennen den Midterm-Ausgang und die Debatte über Rechenzentren als Auslöser. Die Zahlen im Artikel stammen aus Marktberichten nach Handelsschluss.
3 Fragen kurz erklärt
Häufig gestellte Fragen
Wie stark ist der Nasdaq am 5. November 2026 gefallen?
Der Nasdaq Composite verlor 5,52 Prozent oder 1.422 Punkte und schloss bei rund 24.315 Punkten. Das war der schwächste Tag seit April 2025.
Was ist eine Korrektur?
So nennt man einen Rückgang um mindestens 10 Prozent vom letzten Höchststand. Der Nasdaq lag nach dem Donnerstag 11,9 Prozent unter seinem Rekord vom 6. Oktober 2026.
Warum sind vor allem Chipaktien gefallen?
Anleger fürchten, dass der Ausbau von KI-Rechenzentren langsamer wird. Davon wären Hersteller von Chips, Speicher und Servern zuerst betroffen. Nach den Midterms kam die Sorge vor strengeren Regeln für Rechenzentren hinzu.
Podcastquelle: Economy First, Folge 50, vom 7. November 2026, 00:12:26 bis 00:16:25. Die Zeitmarken stammen aus dem bereitgestellten Transkript und können bei einem abweichenden Audioschnitt leicht abweichen.
Recherche und externe Quellenprüfung: 7. November 2026. Eigene Einordnungen sind entsprechend gekennzeichnet.
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